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Das Abenteuer der verlorenen Socken

Eine Socke macht sich auf die Suche nach ihrem Gegenstück und erlebt dabei die Wohnung neu. (4-7 Jahre, 2 Min.)

Eines Morgens wachte die linke Socke auf und rieb sich die Wollfäden. Es war schon spät. Wo war eigentlich ihre Partnerin, die rechte Socke? Normalerweise lagen die beiden zusammen in der Schublade, ordentlich gefaltet, Zeh an Zeh.

Aber heute war die rechte Socke weg.

„Das gibt’s doch nicht“, murmelte die linke. „Dann muss ich sie eben suchen.“

Sie hüpfte aus der Schublade, plumps, auf den Teppich. Hüpf, hüpf, hüpf. Es war ein ganz neues Gefühl, einfach so durch die Wohnung zu laufen. Normalerweise wurde sie ja immer getragen.

Zuerst suchte sie hinter dem Wäschekorb. Dort fand sie einen Knopf, ein altes Bonbonpapier und eine Staubmaus, die sagte: „Psst, ich schlafe!“

Dann suchte sie unter dem Bett. Dort war es dunkel und still. Sie sah ein paar Bücher, einen vergessenen Ball und einen Spielzeugdinosaurier, der sie ganz freundlich anbrüllte: „Rooaar!“ „Guten Morgen“, sagte die Socke höflich.

Dann suchte sie in der Spielzeugkiste. Das war schon ziemlich wild. Sie wurde von einem Teddy, einer Trommel und einem Stapel Bauklötzen begrüßt.

Aber keine rechte Socke weit und breit.

Zuletzt kam sie müde auf den Balkon. Und da, in einem Sonnenfleck neben dem Blumentopf, lag die rechte Socke und sonnte sich! Ein Windstoß hatte sie am Vortag von der Wäscheleine geweht.

„Da bist du ja!“, rief die linke Socke.

„Ich dachte schon, ich muss allein auf Weltreise gehen“, lachte die rechte Socke.

Gemeinsam hüpften sie zurück in die Schublade. Und seitdem erlebten sie hin und wieder kleine Abenteuer, aber immer zusammen.