Efe fährt allein mit dem Bus
Efe fährt zum ersten Mal allein mit dem Bus zur Oma. Ein kleiner Moment macht ihn mutiger. (5-9 Jahre, 2 Min.)
Efe war acht Jahre alt, und heute sollte er zum ersten Mal allein mit dem Bus zu seiner Oma fahren. Es waren nur vier Haltestellen. Seine Eltern hatten alles genau besprochen. Mama hatte ihm einen Zettel geschrieben, auf dem stand, wo er aussteigen musste. Und Oma würde ihn schon an der Haltestelle erwarten.
Trotzdem flatterte es in Efes Bauch, als wären darin tausend Schmetterlinge eingesperrt.
„Du schaffst das“, sagte Papa und drückte ihn fest. „Und wenn du Hilfe brauchst, fragst du den Busfahrer.“
Efe ging zur Haltestelle und stellte sich neben das Schild. Er hielt den Zettel mit beiden Händen fest. Es war schon dunkel, und die Straßenlaternen leuchteten gelb.
Neben ihm stand eine ältere Dame mit einer großen Einkaufstasche. Gerade als sie nach ihrem Handy greifen wollte, rutschte ihr die Tasche aus der Hand. Äpfel, Brot und eine Packung Nudeln kullerten über den Gehweg.
Ohne lange nachzudenken, bückte sich Efe und sammelte alles ein. Einen Apfel, noch einen, das Brot. Er reichte der Dame die Tasche.
„Vielen Dank, mein Junge“, sagte sie und lächelte. „Weißt du, Mut fängt oft ganz klein an. Zum Beispiel damit, dass man hilft.“
Efe wurde warm im Gesicht. Er merkte gar nicht, dass die Schmetterlinge in seinem Bauch etwas ruhiger geworden waren.
Dann kam der Bus. Efe stieg ein, zeigte dem Busfahrer seinen Zettel und bekam ein freundliches Nicken. Er setzte sich ans Fenster. Draußen zogen die Lichter der Stadt vorbei.
Die Schmetterlinge waren noch da. Aber jetzt flatterten sie nicht mehr vor Angst, sondern vor Vorfreude. Denn in vier Haltestellen wartete Oma mit warmem Kakao.