Frieda kocht für den Winterwald
An einem kalten Wintertag kocht Frieda eine große Suppe und lädt alle Tiere ein. (4-8 Jahre, 2 Min.)
Es war ein klarer, kalter Wintertag im Wald. Der Schnee knirschte unter den Pfoten, und die Bäume trugen weiße Mützen. Alle Tiere saßen frierend in ihren Höhlen und hatten wenig Lust, nach draußen zu gehen.
Nur in einem kleinen Baumhaus brannte Licht. Dort wohnte das Eichhörnchen Frieda, und Frieda kochte für ihr Leben gern.
Heute hatte es einen großen Topf auf den Herd gestellt. Es schnitt Karotten in Scheiben, würfelte süße Äpfel, gab ein bisschen Zimt dazu und rührte alles mit einem langen Holzlöffel um. Bald stieg ein wunderbarer Duft aus dem Fenster und zog durch den ganzen Wald.
Der Hase schnupperte als Erster. „Hm, was riecht denn da so gut?“, fragte er und hüpfte los.
Die Eule, die schon fast eingeschlafen war, hob den Kopf. „Das riecht nach etwas Warmem“, sagte sie und breitete die Flügel aus.
Sogar der scheue Igel, der sonst nie aus seinem Laubhaufen kam, rollte sich ein Stück weiter und folgte der Nase.
Bald standen alle vor dem Baumhaus und trauten sich nicht zu klopfen. Frieda öffnete die Tür. „Kommt rein, kommt rein!“, rief sie. „Ich habe für alle genug gekocht. Bringt einfach eine Schüssel mit.“
Drinnen war es gemütlich warm. Alle setzten sich an den langen Tisch. Frieda füllte die Suppe in Schüsseln, und alle löffelten, pusteten und lachten. Die Eule erzählte eine Geschichte, der Hase eine zweite, und der Igel sagte zum ersten Mal in seinem Leben etwas Lustiges.
Als der Abend zu Ende ging, sagte der Hase: „Das war die beste Suppe der Welt.“
„Es lag nicht nur an der Suppe“, sagte Frieda lächelnd. „Sondern auch daran, dass wir sie zusammen gegessen haben.“