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Mitzi, die Katze aus der Bibliothek

Die Katze Mitzi lebt in der Bibliothek und weiß genau, wann ein Kind sie braucht. (4-8 Jahre, 2 Min.)

In der alten Stadtbibliothek lebte eine Katze namens Mitzi. Sie hatte flauschiges graues Fell, grüne Augen und einen Platz auf dem obersten Regal, von dem aus sie alles überblicken konnte.

Am liebsten mochte Mitzi das Regal mit den Märchenbüchern. Dort roch es nach Papier, nach Staub und nach Abenteuern. Wenn Kinder kamen und sich leise Geschichten vorlasen, lauschte Mitzi ganz genau mit gespitzten Ohren.

Eines Nachmittags kam ein Mädchen herein, das nicht gut gelaunt war. Es hatte sich mit seiner besten Freundin gestritten. Die Schultern hingen herunter, und die Augen waren feucht. Es nahm ein Buch aus dem Regal und setzte sich in eine Ecke, aber es konnte die Wörter kaum lesen.

Mitzi merkte es sofort. Sie sprang vom Regal, lief mit leisen Pfoten hinüber und kletterte dem Mädchen auf den Schoß. Dann rollte sie sich zusammen und begann zu schnurren, ganz tief und gleichmäßig.

Das Mädchen musste ein bisschen lachen. „Du bist ja warm“, flüsterte es. Es streichelte Mitzi, und beim Streicheln wurde sein Atem ruhiger.

Dann begann es zu lesen. Seite für Seite wurde die Geschichte schöner und die Traurigkeit ein kleines bisschen leichter. Als das Mädchen das Buch zugeklappt hatte, ging es ihm besser.

„Danke, Mitzi“, sagte es.

Mitzi schnurrte noch einmal, als wollte sie sagen: „Bücher sind die beste Medizin. Und ein Schnurren hilft beim Wirken.“

Wenn du das nächste Mal liest, kannst du dir auch einen weichen Freund neben dich vorstellen, der leise schnurrt.