Wie experimentiere ich sicher mit Kindern zu Hause?
Mit Alltagsmaterial, wenigen festen Regeln und einem Erwachsenen, der immer dabei ist. Verzichten Sie auf Reinigungsmittel, offenes Feuer und Strom, und essen Sie nichts, was im Versuch war. Wichtiger als ein spektakuläres Ergebnis ist, dass Ihr Kind beobachtet, Vermutungen äußert und darüber nachdenkt, warum etwas passiert ist.
Einfache Experimente mit Alltagsmaterial, klaren Sicherheitsregeln und drei Fragen, die aus Staunen echtes Forschen machen.
Sie können mit Ihrem Kind zu Hause gefahrlos experimentieren, wenn Sie Alltagsmaterial wählen, ein paar feste Regeln vereinbaren und immer dabei sind. Entscheidend ist nicht das spektakuläre Ergebnis, sondern dass Ihr Kind beobachtet, vermutet und nachdenkt.
Die Sicherheitsregeln
- Erwachsene sind immer dabei, bei jedem Versuch.
- Nur Material, das für Haut und Augen unbedenklich ist. Keine Reinigungsmittel mischen, keine offene Flamme, kein Strom.
- Nichts, was im Experiment war, wird gegessen oder getrunken, außer es ist ausdrücklich ein Koch- oder Backversuch.
- Lange Haare zusammenbinden, ein Tablett oder eine Unterlage nutzen, den Boden trocken halten.
- Nach dem Versuch Hände waschen.
Lesen Sie Anleitungen vorab einmal ganz durch. Wenn Ihnen etwas unklar oder riskant erscheint, lassen Sie den Versuch weg.
Drei Fragen machen aus Spielen Forschen
Stellen Sie bei jedem Versuch dieselben Fragen:
- Was glaubst du, wird passieren?
- Was ist passiert?
- Warum, glaubst du, ist das passiert?
Ein Beispiel: Schwimmt oder sinkt?
Füllen Sie eine Schüssel mit Wasser und legen Sie Dinge bereit: einen Löffel, einen Korken, eine Münze, einen Apfel, ein Stück Knetmasse. Ihr Kind sortiert vorher: „Was schwimmt, was sinkt?“ Dann testen Sie gemeinsam. Überraschungen sind das Beste daran. Wenn ein Gegenstand nicht so reagiert wie vermutet, sagen Sie: „Spannend! Dann stimmt unsere Vermutung nicht. Was könnten wir noch ausprobieren?“ Formen Sie die Knetmasse zu einer Kugel und zu einem Schiffchen, und vergleichen Sie.
Wenn etwas nicht klappt
Auch ein „missglückter“ Versuch ist ein Ergebnis. Fragen Sie: „Was haben wir anders gemacht?“ Nehmen Sie Ihrem Kind den Druck, etwas Richtiges erreichen zu müssen. Ihre Neugier ist ansteckender als jede Erklärung. Sie müssen nicht alles wissen. „Das weiß ich nicht, lass uns nachschauen“ ist ein guter Satz.
Aufräumen gehört dazu
Schwämme, Tücher und Tablett gehören zum Versuch. Wer aufräumt, übernimmt Verantwortung, und das gehört auch in der Wissenschaft dazu.
Wann Sie vorsichtig sein sollten
Bei kleinen Kindern, die Dinge in den Mund stecken, wählen Sie Material, das nicht verschluckt werden kann. Wenn doch etwas im Auge oder im Mund landet oder Ihr Kind sich verletzt, spülen Sie gründlich mit Wasser und holen Sie bei Unsicherheit ärztlichen Rat, in dringenden Fällen den Notruf.
Kurze, altersgerechte Anleitungen mit wenig Material finden Sie bei den MINT-Karten. Schon ein Versuch pro Woche hält die Neugier wach.