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Selbstvertrauen stärken: Warum kleine Aufgaben mehr bewirken als Lob

Kinder gewinnen Selbstvertrauen, wenn sie etwas selbst schaffen. So loben Sie den Weg statt das Ergebnis und trauen Ihrem Kind passende Aufgaben zu.

Selbstvertrauen wächst vor allem durch eigene Erfahrungen: Ihr Kind merkt „Das kann ich“, weil es etwas selbst geschafft hat. Lob hilft dabei nur, wenn es konkret benennt, was Ihr Kind getan hat, und ersetzt die Erfahrung nie.

Dieser Beitrag zeigt, wie Sie Aufgaben so wählen, dass Ihr Kind sie bewältigen kann, und wie Sie dabei loben, ohne dass Lob zur Hauptsache wird.

Warum allgemeines Lob so wenig trägt

„Du bist so schlau!“ klingt freundlich, sagt dem Kind aber nichts darüber, was es richtig gemacht hat. Manche Kinder fühlen sich dadurch sogar unter Druck: Wenn ich klug bin, darf ich nichts falsch machen. Dann meiden sie Aufgaben, bei denen sie scheitern könnten.

Hilfreicher ist es, den Weg zu beschreiben: Was hat Ihr Kind probiert, wo hat es durchgehalten, was hat es geändert?

  • Statt „Du bist ein Genie!“: „Du hast den Turm dreimal neu gebaut, bis er stand.“
  • Statt „Super gemalt!“: „Du hast viele Blautöne gemischt. Wie bist du darauf gekommen?“
  • Statt „Brav!“: „Du hast deine Tasche gepackt, ohne dass ich erinnern musste.“

Aufgaben, die Ihr Kind wachsen lassen

Wenn Sie Dinge übernehmen, die Ihr Kind selbst könnte, kehrt kurzfristig Ruhe ein. Auf Dauer entsteht aber der Eindruck: Das traut mir keiner zu. Die Aufgabe sollte ein Stück über dem liegen, was Ihr Kind sicher kann, aber nicht so weit darüber, dass es nur scheitern kann.

  • Die Schultasche oder Kitatasche selbst packen (Sie schauen am Ende nur kurz drüber)
  • Servietten und Besteck auf den Tisch legen
  • Das eigene Frühstücksbrot streichen
  • Beim Einkaufen drei Dinge allein im Regal finden
  • Eine Pflanze regelmäßig gießen

Wählen Sie ein bis zwei Aufgaben und lassen Sie sie ein paar Wochen gleich. Wiederholung gibt Sicherheit.

Ein Beispiel für den Abend

Ihr Kind packt zum ersten Mal allein die Tasche und vergisst die Trinkflasche. Sie könnten schimpfen oder heimlich einpacken. Probieren Sie stattdessen:

„Du hast fast alles gepackt, sogar die Brotdose. Was fehlt noch? Schau mal auf unsere Liste.“

Findet Ihr Kind die Flasche selbst, sagen Sie: „Du hast die Lücke selbst gefunden.“ So erlebt es, dass Fehler zu beheben sind.

Wenn etwas schiefgeht

Bleiben Sie neugierig statt enttäuscht: „Das hat nicht geklappt. Was könnten wir anders probieren?“ Sie müssen nicht sofort trösten oder lösen. Manchmal genügt: „Das ärgert dich. Ich bin da.“ Kleine Urkunden, etwa aus dem Bereich Urkunden, können das Gefühl „Ich habe es geschafft“ sichtbar machen, solange die Belohnung nicht wichtiger wird als die Sache selbst.

Wann Sie Hilfe suchen sollten

Jedes Kind ist mal unsicher. Sprechen Sie mit der Kinderärztin, dem Kinderarzt oder einer Beratungsstelle, wenn Ihr Kind über längere Zeit sehr ängstlich wirkt, sich kaum etwas zutraut, sich häufig abwertet, Freunde und Aktivitäten meidet oder Sie sich einfach Sorgen machen. Auch Kita oder Schule können Beobachtungen beisteuern.