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Wenn das Nachbarskind noch wenig Deutsch spricht: So gelingt das Spielen

Zum Spielen braucht es weniger Worte, als Erwachsene denken. Spiele mit wenig Sprache, Gesten und Bilder, Wörter tauschen, Geduld und ein Kontakt zu den Eltern.

In der Nachbarschaft ist eine Familie eingezogen, und das Kind spricht noch wenig Deutsch. Ihr Kind möchte gern mit ihm spielen, weiß aber nicht so recht, wie. Die gute Nachricht: Zum Spielen brauchen Kinder weniger Worte, als Erwachsene oft denken. Dieser Beitrag gibt praktische Ideen für den Anfang.

Spiele, die mit wenig Sprache funktionieren

  • Bewegung: Fangen, Verstecken, Ballspiele oder Seilspringen. Die Regeln lassen sich einfach vormachen.
  • Bauen und Gestalten: Bauklötze, Sandburgen, Straßenkreide oder gemeinsames Ausmalen. Jeder sieht sofort, was der andere tut.
  • Einfache Brettspiele: Bildpaare suchen, Würfel- und Farbenspiele kommen mit Zeigen und Zählen aus.
  • Nachmachspiele: Tiere nachahmen, Spiegelspiel oder „Ich mache etwas vor, du machst es nach“.

Für ruhige Momente eignen sich auch unsere Ausmalbilder zum Ausdrucken. Zwei Kinder, ein Bild und eine Kiste Stifte reichen oft schon.

Gesten und Bilder helfen

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es sich ohne viele Worte verständlich machen kann: zeigen, nicken, Daumen hoch, auf einen Gegenstand deuten, etwas vormachen. Ein schnell gemaltes Bild hilft bei Absprachen wie „Wir spielen jetzt drinnen“ oder „Noch fünf Minuten, dann ist Abendessen“.

Wörter gegenseitig beibringen

Spielen ist eine gute Gelegenheit, Wörter zu tauschen. Ihr Kind sagt „Ball“, das andere Kind sagt das Wort in seiner Sprache. Viele Kinder finden das lustig und merken sich Wörter in beide Richtungen. Wichtig ist nur: Niemand soll sich abgefragt fühlen. Ein Spiel bleibt ein Spiel.

Geduld gehört dazu

Am Anfang gibt es Missverständnisse. Vielleicht versteht das Nachbarskind eine Regel anders oder zieht sich zurück, weil vieles neu ist. Erklären Sie Ihrem Kind vorher: „Es lernt gerade Deutsch. Das ist anstrengend. Zeig ihm, was du meinst, und lass ihm Zeit.“ Wenn es Streit gibt, helfen Sie beiden Kindern, ohne eines zu beschuldigen. Oft verstehen Kinder schon bald mehr, als sie selbst sagen können.

Kontakt zu den Eltern

Gehen Sie auf die Eltern zu, auch wenn die Verständigung holpert. Ein Lächeln, ein Gruß und eine einfache Frage wie „Darf Ihr Kind zu uns zum Spielen kommen?“ öffnen viele Türen. Eine Übersetzungs-App kann helfen, Absprachen zu klären: Wann soll das Kind zu Hause sein? Gibt es etwas, das es nicht essen soll? Ist ein Erwachsener in der Nähe? Tauschen Sie Telefonnummern aus, damit Sie sich kurz abstimmen können.

Vielleicht entsteht daraus auch für Sie ein guter Kontakt. Wer neu in eine Nachbarschaft zieht, freut sich meist über ein offenes Wort.

Was Ihr Kind dabei lernt

Ihr Kind übt, sich in andere hineinzuversetzen, deutlich zu sprechen und kreativ zu erklären. Das sind Fähigkeiten, die ihm in Kita, Schule und Freundschaften helfen. Und es erlebt, dass Freundschaft nicht an der Sprache scheitert.

Fazit

Zum Spielen braucht es vor allem gemeinsame Ideen, Geduld und Erwachsene, die freundlich den Weg ebnen. Mit Bewegungsspielen, Gesten, getauschten Wörtern und einem kurzen Kontakt zu den Eltern gelingt der Anfang meist leichter als gedacht. Mehr über solche Freundschaften lesen Sie in Freundschaften zwischen Kulturen: Was Kinder dabei lernen.