Wunderportal

Zusammenarbeit mit der Lehrkraft: Kurze, klare Nachrichten schreiben

Wie Sie der Lehrkraft Ihres Kindes in drei Schritten schreiben: Beobachtung, Wirkung, Frage. Mit Mustertext, Tipps zum Ton und Hinweisen zum Elterngespräch.

Eine gute Nachricht an die Lehrkraft ist kurz, sachlich und endet mit einer Frage. Am besten gehen Sie in drei Schritten vor: Beobachtung, Wirkung, Frage. So fühlt sich niemand angegriffen, und Sie bekommen eine brauchbare Antwort.

Viele Eltern schreiben abends, wenn der Ärger noch frisch ist. Das macht Nachrichten oft länger und schärfer als gewollt. Die folgenden Schritte helfen, bei der Sache zu bleiben.

Die drei Schritte

  • Beobachtung: Beschreiben Sie, was Sie sehen, ohne zu bewerten. „Der Widerstand bei den Hausaufgaben hat in der letzten Woche zugenommen.“
  • Wirkung: Sagen Sie, was das bei Ihrem Kind oder zu Hause auslöst. „Maya weint vor dem Matheheft und sagt, sie könne es nicht.“
  • Frage: Laden Sie zum Austausch ein. „Sehen Sie im Unterricht etwas Ähnliches? Wie können wir gemeinsam unterstützen?“

Ein Mustertext

„Guten Tag Frau Berger, mir ist aufgefallen, dass Maya seit einer Woche sehr ungern Mathe-Hausaufgaben macht und dabei weint. Zu Hause versuchen wir, die Aufgaben in kleine Schritte zu teilen. Sehen Sie im Unterricht etwas Ähnliches? Haben Sie Zeit für ein kurzes Gespräch oder einen Anruf? Vielen Dank und freundliche Grüße, Ihr Name“

Tipps für den Ton

  • Schreiben Sie nicht im Affekt. Warten Sie eine Nacht und lesen Sie noch einmal.
  • Bleiben Sie bei einem Thema pro Nachricht.
  • Vermeiden Sie Vorwürfe wie „Sie interessieren sich überhaupt nicht“. Sie lösen Abwehr aus. Besser: „Ich mache mir Sorgen und möchte verstehen, was los ist.“
  • Nutzen Sie die Kanäle, die die Schule vorgibt, und rechnen Sie mit Antwortzeiten von einigen Tagen.
  • Wenn es kompliziert wird, bitten Sie um ein persönliches Gespräch, statt lange zu schreiben.

Vor Ihrem Kind

Kritisieren Sie die Lehrkraft nicht vor Ihrem Kind. Das verunsichert es und beschädigt das Vertrauen. Klären Sie Dinge unter Erwachsenen. Zu Hause können Sie dagegen an Schulrituale anknüpfen, etwa einen Bildplan, eine Gefühlsecke oder ein kurzes Aufgabenritual. Anregungen für eine gemeinsame Sprache finden Sie bei den Materialien für Lehrkräfte und im Elternbereich.

Wann Sie Hilfe suchen sollten

Wenn Probleme über längere Zeit bleiben, Ihr Kind nicht mehr zur Schule will, Bauchschmerzen oder Schlafprobleme vor der Schule hat, oder Sie den Verdacht auf Mobbing oder eine Lernschwierigkeit haben, wenden Sie sich an die Klassenleitung, die Schulsozialarbeit oder die Beratungslehrkraft und sprechen Sie mit der Kinderarztpraxis. Eine Diagnose stellen Sie nicht selbst. Dafür sind Fachleute da.