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Cans magische Sanduhr

Can besitzt eine magische Sanduhr. Wofür er seine Zeit ausgibt, entscheidet am Ende er selbst. (7-10 Jahre, 2 Min.)

Can bekam zum Geburtstag ein ungewöhnliches Geschenk von seiner Großmutter. Es war eine Sanduhr aus dunklem Holz, und der Sand darin schimmerte golden.

„Das ist keine gewöhnliche Sanduhr“, sagte seine Oma und zwinkerte. „Jedes Körnchen ist eine Minute von deinem Tag. Überlege gut, wofür du sie ausgibst.“

Can lachte. Er dachte, das sei nur ein Spiel. Doch als er die Sanduhr drehte, spürte er, wie die Zeit langsamer wurde. Er konnte die Sandkörner fallen sehen, eins nach dem anderen.

Gleich am ersten Nachmittag wollte Can nur eines: Computerspielen. Er spielte und spielte. Draußen wurde es dunkel, und die Sanduhr war fast leer. Nur noch ein paar Körnchen lagen oben.

Da fiel ihm ein, dass er noch Hausaufgaben machen wollte. Und dass er seiner kleinen Schwester versprochen hatte, mit ihr zu basteln. Aber der Sand war weg.

Plötzlich hörte er eine leise Stimme, die aus der Sanduhr kam. „Teile deine Zeit“, flüsterte sie. „Was du heute alles auf einmal ausgibst, fehlt dir morgen.“

Can seufzte. Er hatte verstanden.

Am nächsten Tag drehte er die Uhr wieder um. Diesmal teilte er den Sand in drei Teile. Ein Teil für die Arbeit: Hausaufgaben und Lernen. Ein Teil für das Spiel: draußen toben und ein bisschen Computer. Und ein Teil für die Liebe: Zeit mit seiner Schwester, der Familie und den Freunden.

Der Tag wurde voller. Aber merkwürdigerweise war Can nicht müder, sondern glücklicher. Er hatte nichts verpasst und trotzdem alles geschafft.

Abends legte er sich ins Bett und sah noch einmal zur Sanduhr. Und er wusste: Zeit ist das Kostbarste, was man hat. Man kann sie nicht zurückholen, aber man kann sie klug verteilen.