Mert, der kleine Koch
Mert backt Kekse und merkt, dass sie am besten schmecken, wenn man sie verschenkt. (4-8 Jahre, 2 Min.)
Mert liebte es, mit seiner Mutter in der Küche zu stehen. Er durfte die Zutaten abwiegen, den Teig kneten und mit den Förmchen Sterne, Herzen und Monde ausstechen. Am liebsten mochte er den Duft, wenn die Kekse aus dem Ofen kamen: warm, buttrig und ein bisschen nach Vanille.
An diesem Samstag backten sie Kekse, und es wurden viele. Als das erste Blech fertig war, das zweite und auch das dritte, stand die ganze Küche voll mit duftenden Keksen.
„So viele schaffen wir doch nie“, sagte Mert und kicherte.
Seine Mutter lächelte. „Stimmt. Was meinst du, was wir damit machen könnten?“
Mert überlegte. Er dachte an Frau Berger von nebenan, die seit Wochen nicht mehr aus dem Haus ging, weil ihr Knie wehtat. Er dachte an den Hausmeister, der immer so müde aussah. Und an die neuen Nachbarn, die gerade erst eingezogen waren und die noch niemand kannte.
„Wir könnten sie verschenken!“, rief er.
Sie packten die Kekse in kleine Tüten und banden Bänder darum. Dann gingen sie zusammen von Tür zu Tür.
Frau Berger machte große Augen. „Für mich? Ach, das ist aber lieb!“ Sie drückte Mert fest an sich und gab ihm einen Apfel mit.
Der Hausmeister lachte zum ersten Mal an diesem Tag.
Und die neuen Nachbarn, die gar nicht wussten, was sie sagen sollten, luden sie spontan auf einen Tee ein.
Als Mert am Abend ins Bett ging, schmeckte er noch immer die Süße des Tages, obwohl er selbst nur zwei Kekse gegessen hatte.
„Mama“, sagte er, „irgendwie schmecken Kekse besser, wenn man sie teilt.“
„Ja“, sagte seine Mutter. „Das glaube ich auch.“