Die blaue Parkbank
Zwei Kinder sitzen allein auf derselben Bank. Eine Taube sorgt dafür, dass sie ins Gespräch kommen. (4-8 Jahre, 2 Min.)
Im Stadtpark stand eine blaue Parkbank. Sie war schon ein bisschen verwittert, aber sie war sehr gemütlich, und im Sommer fiel der Schatten einer großen Linde darauf.
An einem warmen Nachmittag saß am einen Ende der Bank ein Mädchen. Es hieß Sophie und war neu in der Stadt. Sie kannte noch niemanden, und an diesem Nachmittag hatte sie keine Lust, nach Hause zu gehen.
Am anderen Ende der Bank saß ein Junge namens Elias. Er war gerade mit seinen Eltern umgezogen und hatte seine alten Freunde sehr vermisst. Auch er schaute nur auf seine Schuhe.
Die beiden saßen eine ganze Weile nebeneinander, aber sie sahen sich nicht an. Jeder dachte, dass der andere bestimmt keine Lust hatte, zu reden.
Da landete plötzlich eine Taube vor der Bank. Sie sah erst Sophie an, dann Elias, und dann pickte sie etwas vom Boden auf. Es waren Brotkrümel, die jemand heruntergeworfen hatte. Und dann tat sie etwas Komisches: Sie hüpfte direkt zwischen die beiden und ließ ein paar Krümel fallen.
Sophie und Elias beugten sich gleichzeitig vor, um die Krümel zu betrachten. Dabei stießen sie fast mit den Köpfen zusammen. Sie sahen sich an und mussten lachen.
„Hallo“, sagte Sophie. „Ich bin Sophie.“
„Elias“, sagte der Junge. „Magst du Tauben?“
„Eigentlich schon. Und du?“
So fing es an. Sie erzählten sich, dass sie beide neu im Viertel waren. Sie erzählten von ihren Lieblingsspielen und von ihren Hunden. Als es dämmerte, hatten sie sich verabredet, morgen wiederzukommen.
Manchmal beginnt eine Freundschaft ganz klein, so winzig wie ein Brotkrümel.